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Mehr als nur Moderation: Warum Communityarbeit unser stärkster Hebel gegen Rassismus ist

Wenn wir über Community Management im Jahr 2026 sprechen, landen wir oft bei Technik, KI und Engagement-Raten. Doch der aktuelle ZARA Rassismus Report 2025 erinnert uns eindringlich an die menschliche Seite unserer Arbeit. Hinter den 1.539 gemeldeten Vorfällen stehen reale Menschen, die Ausgrenzung erfahren haben – oft genau in den digitalen Räumen, die wir betreuen.

Für mich ist klar: Echte Communityarbeit bedeutet heute, Verantwortung für das Miteinander zu übernehmen. Wir sind die Ersten, die merken, wenn die Stimmung kippt, und die Letzten, die den Raum für Betroffene offenhalten.

1. Community als „Safer Space“ begreifen

Der Report zeigt, dass sich immer mehr Betroffene (47 %) selbst an Beratungsstellen wenden, statt nur auf Zeugen zu hoffen. In unseren Communities müssen wir Räume schaffen, die als Safer Spaces funktionieren. Das bedeutet:

  • Klare Kanten zeigen: Rassistische Kommentare sind keine „andere Meinung“, sondern Verstöße gegen die Menschenwürde.

  • Präsenz zeigen: Wenn wir wegschauen, normalisieren wir Diskriminierung. Eine aktive Moderation schützt die Community vor dem sogenannten Silencing – dem Effekt, dass sich Menschen aus Angst vor Angriffen aus dem Diskurs zurückziehen.

2. Schluss mit dem „Whataboutism“

Ein Begriff aus dem Report, der mir in Diskussionen immer wieder begegnet, ist Whataboutism. Es ist dieses klassische Ablenkungsmanöver: Jemand meldet einen rassistischen Vorfall, und die Antwort lautet: „Aber was ist mit dem Verhalten der anderen Person?“. Als Communitymanager*in ist es unsere Aufgabe, hier den Fokus zu halten. Die richtige Reaktion ist: „Darüber können wir später sprechen – jetzt geht es um den rassistischen Vorfall“. Wir müssen lernen, Betroffene in ihren Erfahrungen ernst zu nehmen, ohne sie sofort zu relativieren.

3. Die Macht der Verbündeten nutzen

Ein Lichtblick im Report: Solidarität und Zivilcourage können ein massives Gegengewicht zu Diskriminierung bilden. Oft sind es Mitschüler*innen, Kolleg*innen oder andere Community-Mitglieder, die entscheidend helfen, indem sie den Vorfall benennen und unterstützen.

  • Ermutigung: Wir sollten unsere Community-Mitglieder aktiv dazu aufrufen, nicht nur stille Mitleser zu sein.

  • Unterstützung: Werden Vorfälle gemeldet, ist es unsere Pflicht, den Betroffenen zuzuhören und sie – falls gewünscht – an spezialisierte Stellen wie ZARA weiterzuvermitteln.

Also … Community ist Schutzraum!

Der ZARA Report 2025 ist ein Weckruf. Zum vielleicht 78492492924. Mal. 😉 Er zeigt uns, dass wir in der Communityarbeit eine Schlüsselrolle einnehmen. Wir können Orte der Ausgrenzung zulassen – oder wir können Orte schaffen, an denen Menschen Schutz, Anerkennung und echte Zugehörigkeit erfahren.

Was denkst du darüber? Schreib mir hier oder lies hier mehr über meine Gschicht‘ nach!