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Automation mit Herz: Wie wir 2026 die Inbox erobern, ohne zu nerven

Wir haben in den letzten Wochen viel über die großen Trends für 2026 gesprochen: Über die „Community Economy“, in der Relevanz die härteste Währung ist, und über den massiven Shift der Kommunikation in private Räume.

Dass über 53 % der Gen Z soziale Medien primär für private Nachrichten nutzen, ist kein Geheimnis mehr. Sie verbringen heute schlichtweg mehr Zeit in ihren DMs als in ihrem öffentlichen Feed. Für uns als Markenverantwortliche bedeutet das: Wir müssen dort stattfinden. Aber die große Frage ist das Wie.

Tools wie Manychat bieten uns heute Möglichkeiten, von denen wir vor Jahren nur geträumt haben. Doch zwischen „hilfreichem Service“ und „digitaler Belästigung“ liegt oft nur ein einziger falsch konfigurierter Flow.

Die Verlockung der Agentic AI

Laut der aktuellen Deloitte-Studie werden 2026 bis zu 75 % der Unternehmen in agentenbasierte KI (Agentic AI) investieren. Diese Systeme handeln nicht mehr nur auf Zuruf, sondern treffen eigenständig Entscheidungen. Das klingt nach maximaler Effizienz für Gewinnspiele, Interaktionen und den direkten Follower-Kontakt.

Doch Deloitte warnt auch: Fehlende Governance und unklare Verantwortlichkeiten können diese Projekte schnell ausbremsen. Wenn wir die Automation in die DMs lassen, verlagern wir das Markenversprechen in einen Bereich, der für Nutzer extrem sensibel ist.

Die „Nerv-Schwelle“: Warum weniger oft mehr ist

In einer fragmentierten Welt muss man sich Relevanz in Communitys verdienen. Bindung ist die knappste Ressource. Wenn wir nun anfangen, Follower ungefragt mit automatisierten Nachrichten zu bombardieren, zerstören wir genau das, was wir eigentlich aufbauen wollen: Zugehörigkeit.

Warum Automation 2026 kein Selbstläufer ist:

  • Private Spaces brauchen Ressourcen: Messenger-Gruppen und DMs lassen sich nicht zu 100 % automatisieren, wenn man authentisch bleiben will. Wer dort präsent ist, muss wirklich zuhören und individuelle Antworten liefern können.

  • Der User ist Co-Regisseur: Wie wir beim neuen „Your Algorithm“-Feature auf Instagram sehen, haben Nutzer*innen heute die Macht, Inhalte und Themen mit wenigen Klicks komplett auszublenden. Wer in der Inbox nervt, landet nicht nur im Archiv, sondern wird im schlimmsten Fall für den gesamten Algorithmus als „irrelevant“ markiert.

  • Authentizität als Währung: In einer Ära, in der KI-Sprachmarker in der Kommunikation massiv zunehmen , wird die persönliche Note zum wichtigsten Alleinstellungsmerkmal.

Strategie schlägt Technik: Der richtige Mix

Automation sollte uns den Rücken freihalten, damit wir Zeit für die echte Beziehungsarbeit haben. Hier ist mein Ansatz für 2026:

  1. Permission First: Nutze Automation nur dort, wo der User explizit eingestimmt hat (z. B. durch ein Keyword unter einem Post). „Cold DMs“ sind 2026 das digitale Äquivalent zu unerwünschten Werbeanrufen.

  2. Service statt Sales: Ein Bot, der sofort hilft, wenn jemand nach einem Link oder einer Information fragt, ist ein Gewinn. Ein Bot, der ungefragt „exklusive Angebote“ verschickt, ist Spam.

  3. Die Exit-Option: Sorge dafür, dass der User die Automation jederzeit verlassen kann, um mit einem echten Menschen zu sprechen.

Also … Technik braucht Führung!

Automation ist ein Beschleuniger, aber keine Strategie. Wir können Tools nutzen, um Gewinnspiele effizienter zu gestalten oder Interaktionen zu skalieren. Aber wir dürfen dabei nie vergessen, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt, der sich in seinem „privaten Hinterzimmer“ (der Inbox) sicher und verstanden fühlen will.

In der Welt von 2026 gewinnt nicht derjenige, der die meisten Nachrichten verschickt, sondern derjenige, dessen Nachricht so wertvoll ist, dass der User sie tatsächlich öffnen will.

Wie denkst du über Manychat & Co.? Schreib mir hier oder lies hier mehr über meine Gschicht‘ nach!

 

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