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Algorithmus nach Maß: Wie wir 2026 die Kontrolle über unseren Feed zurückgewinnen

In meinen letzten Beiträgen haben wir uns viel mit den großen Linien der Deloitte-Studie und dem „Next Big Scroll“-Report beschäftigt. Ein zentrales Thema war dabei immer die „Community Economy“ und der Wunsch der Nutzer*innen nach mehr Relevanz statt leerer Reichweite.

Nun setzt Instagram einen entscheidenden Schritt, um diesen Wunsch technisch umzusetzen. Es geht um das Ende des passiven Scrollens und den Beginn einer Ära, in der wir den Algorithmus aktiv trainieren, anstatt nur auf ihn zu reagieren.

Das neue Feature:
„Your Algorithm“

Bisher war es oft ein mühsamer Prozess, dem Algorithmus klarzumachen, was man nicht sehen will. Man musste einzelne Reels umständlich ausblenden oder „Kein Interesse“ klicken, in der Hoffnung, dass die KI irgendwann lernt. 2026 macht Instagram Schluss mit diesem Ratespiel.

So nutzt du die neue Funktion in Österreich

Das Feature ist bereits bei uns verfügbar, sofern man die englischsprachige Version der App nutzt. Der Weg zur persönlichen Feed-Konfiguration ist simpel:

  1. Gehe in der App direkt in die Rubrik Reels.

  2. Klicke auf die drei Punkte in der rechten Ecke des Bildschirms.

  3. Wähle dort den Menüpunkt Manage Content Preferences und anschließend Your Algorithm.

Hier kannst du nun direkt festlegen, welche Themen du häufiger sehen möchtest und auf welche du lieber komplett verzichtest.

Warum das ein Gamechanger für die Apperfahrung ist

Der größte Vorteil liegt in der Effizienz. Wer zum Beispiel genug von Skisport-Clips oder den zehntausendsten Katzenvideos hat, kann dies nun mit einer einmaligen Einstellung festlegen. Man muss nicht mehr darauf warten, dass der Algorithmus die Abneigung durch das Wegwischen „errät“ – man sagt es ihm einfach.

Für Instagram ist das natürlich kein reiner Akt der Nächstenliebe. Die Funktion soll zwar die Verwendung der App verbessern, verrät der Plattform aber gleichzeitig noch präziser, wo die echten Interessen der Nutzer liegen. Es ist ein klassischer Deal: Wir bekommen einen kuratierten, hochwertigen Feed und Instagram bekommt die hochwertigsten Daten, die es je hatte.

Was bedeutet das für Marken und Creator?

Wenn Nutzer*innen nun die Macht haben, ganze Themenbereiche mit einem Klick stummzuschalten, verschärfen sich die Spielregeln, die wir im „Next Big Scroll“-Report analysiert haben:

  • Präzision statt Gießkanne: Da Reichweite zur Grundausstattung wird, zählt nur noch die echte Zugehörigkeit. Wenn dein Content nicht exakt in die vom Nutzer gewählten Prioritäten passt, existierst du in seinem Feed schlichtweg nicht mehr.

  • Haltung ist Pflicht: Im Report wurde die „Era of Positioning“ ausgerufen. Das neue Feature zwingt Marken dazu, sich noch klarer zu positionieren. Wer „ein bisschen von allem“ macht, wird am Ende von jedem abgewählt.

  • Authentizität gewinnt: KI-generierte Inhalte nehmen zu , aber gerade in einem manuell kuratierten Feed suchen Menschen nach dem Unverwechselbaren – nach Inhalten, die sie aktiv auswählen würden.

Also…

Wir bewegen uns weg von der „Black Box“ des Algorithmus hin zu einer transparenten Steuerung. Das ist eine gute Nachricht für alle, die wertvollen Content produzieren. Denn wer es schafft, so relevant zu sein, dass Nutzer*innen ihn aktiv in ihrem „Your Algorithm“-Bereich priorisieren, hat die wertvollste Verbindung erreicht, die Social Media 2026 zu bieten hat.

In einer Welt voller automatisierter Synthesen und KI-Vorschläge wird die bewusste Entscheidung des Menschen wieder zum wichtigsten Gradmesser für Erfolg.

Wie denkst du über dieses Feature? Schreib mir hier oder lies hier mehr über meine Gschicht‘ nach!