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Nochmal Master mit 42: Warum Studieren mit jenseits der 30 viel mehr Spaß macht.

„Sch…, die haben mich wirklich genommen. Ich studier‘ im Herbst wieder.“ (Ich, Juni 2020, am Obi-Parkplatz)

Vor zwei Jahrzehnten habe ich mein Studium an der Uni Wien abgeschlossen. Mich jetzt noch einmal an ein Studium heranzuwagen, war ehrlicherweise keine leichte Entscheidung. Mitten im Leben, mit Jobs, Haus, Familie und Hund – da fragt man sich schon kurz: „Brauch ich das wirklich?

Heute weiß ich: Ja, absolut. Und es war eine komplett andere Erfahrung als vor 20 Jahren an der Uni Wien.

Hier sind vier Dinge, die ich aus dieser Zeit mitnehme:

1. Die intrinsische Motivation schlägt den „Schein“

Wenn man älter ist, lernt man nicht mehr für den Lebenslauf oder die Note, sondern weil man es wirklich wissen will. Ja … echt!

Man “challenged“ sich selbst ganz anders. Dass am Ende ein Notendurchschnitt von 1,0 auf dem Zeugnis steht, liegt nicht daran, dass ich plötzlich zum Streber mutiert bin – sondern daran, dass mir das Lernen mit echter Lebenserfahrung einfach verdammt viel Spaß gemacht hat.

2. Rollenwechsel: Vom Lehrenden zum Lernenden

Da ich selbst seit neun Jahren an Hochschulen unterrichte, war der Rollenkonflikt extrem spannend.

Plötzlich saß ich auf der anderen Seite, teilweise bei Kolleg*innen, die ich persönlich kenne. Und neben Mitstudierenden, die aus allen Alters- und Berufsschichten kommen, die man sich nur vorstellen kann.

Sich diese neue „Brille“ aufzusetzen, war eine Herausforderung, aber ein riesiger Gewinn für meine eigene Lehre. Durch die Vorlesungen (und tolle Freifächer im Bereich E-Learning) habe ich didaktisch unglaublich viel für meine eigenen Studierenden mitgenommen.

3. Eine Kohorte gegen die Pandemie

Wir waren ein Corona-Jahrgang. Eine echte Gemeinschaft aufzubauen, war harte Arbeit. Aber wir haben es geschafft, sind durch Dick und Dünn gegangen und es sind echte Freundschaften entstanden. Quasi: Wir gegen den heftigen Workload der FH. 😊

Weil wir wegen Covid keine Klassenfahrten machen durften, haben wir nach dem letzten Semester einfach selbst eine organisiert – und daraus eine Tradition gemacht, die wir jetzt Jahr für Jahr wiederholen.

4. Das Leben jenseits der Bibliothek

Dass ich am Ende etwas länger gebraucht habe als meine Kolleg*innen, liegt an den Dynamiken, die das Leben bereithält. In meinem Vorwort zur Masterarbeit hab ich geschrieben: „Manchmal braucht Erkenntnis Zeit – mehr Zeit, als ein klassischer Studienplan vorsieht.“

Meine persönliche "Hall of Fame"

Das alles zu „schupfen“ funktioniert nur mit dem richtigen Rückhalt. Ein riesiges Danke an meine persönliche Hall of Fame, die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte:

Michael Roither, der im Laufe meines Studiums die ultimative Beförderungswelle durchgemacht hat: Startete als mein Studiengangsleiter, wurde mein LV-Leiter, mutierte zum Masterarbeitsbetreuer und ist jetzt – da ich selbst an der FH Vorträge halte – schlussendlich mein Vorgesetzter. Man kommt an der Hochschule Burgenland eben nicht an ihm vorbei!

Christian Burger, Dr. Robert Pinzolits, TG Gergely Teglasy und stellvertretend für alle anderen Lehrenden: Ein riesiges Danke an alle Vortragenden der FH, die uns mit unendlich viel Geduld ertragen, gechallenged und inspiriert haben – und bei denen ich mir in der Lehre jetzt ganz offiziell die besten Schmähs abschauen darf.

Und last but definitely not least, meine Herzensmenschen der legendären Klassenfahrt-Crew: Eunike de Wilde, Martina Grießbacher, Gunda Kollmann, Mia Kordesch, Valentin Lehner, Miriam Maschler, Jennifer Pop, Maynard Ursua, Patrick Welte und Carina Werba

Danke, dass wir uns nicht nur im Studium, sondern auch im echten Leben gegenseitig vernetzen und unter die Arme greifen. Dass wir uns trotz Abschluss mindestens einmal im Jahr zur Klassenfahrt treffen, ist für mich der schönste Beweis, dass von diesem Studium weit mehr bleibt als nur ein Zeugnis.

Auf das nächste Kapitel. 🎓

Dieser Artikel erschien zuerst in meinem LinkedIn-Profil.

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